Die Schlacht an der Dessauer Brücke 1626 - Teil 1
Hintergrund, TACTICA-Impressionen und Spielbericht 1.Szenario
Vorgeschichte:
Als wir uns beim Malabend der Kurpfalz Feldherren Ende 2025 Gedanken machten, was wir auf der TACTICA 2026 in Hamburg präsentieren wollen, gab es verschiedene Ideen. Bedingung war, dass wir etwas Historisches machen wollten, mit Figuren die wir (zum größten Teil) schon hatten und auch mit Gelände, das schon überwiegend vorhanden war. Irgendwie hatten wir keine Motivation etwas komplett Neues aus dem Boden zu stampfen.
Da kam Don auf die Idee, das wir doch mal schauen könnten, welche Schlachten in 2026 Jahrestag hatten. Und da wir in den letzten paar Jahren doch eine ordentliche Menge an 28mm Armeen für den 30-jährigen Krieg sammelten, schauten wir bei diesem Krieg nach. Dadurch fiel die Wahl auf die Schlacht an der Dessauer Brücke am 25.April 1626.
Historischer Hintergrund:
Nachdem die Protestanten in der ersten Phase des 30-jährigen Krieges (im sogenannten Böhmischen Krieg) viel verloren hatten, sah sich der dänische König Christian IV. veranlasst, militärisch in den Konflikt einzugreifen, was zum Dänischen Krieg führte. Dem Dänenkönig ging es neben religiösen Vorwänden natürlich auch um seine Machterweiterung in Norddeutschland. Und außerdem wollte er seinen alten Rivalen, den Schweden, zuvorkommen.
Im Jahr 1626 operierte Christian IV. gegen Tilly, den Befehlshaber der katholischen Liga. Hauptschauplatz war das heutige Niedersachsen und Nordhessen. Eine zweite Armee der Protestanten unter Graf Ernst von Mansfeld wollte östlich davon im kaiserlichen Böhmen einfallen, sich mit dem Fürst von Siebenbürgen, Bethlen Gabor, vereinen und zusammen direkt Wien und den Kaiser bedrohen.
Dieser schickte seinen (1625 neu ernannten) Feldherren Albrecht von Wallenstein dem Mansfelder entgegen.
Die historische Schlacht:
Wallenstein hatte die Elbebrücke bei Dessau befestigen und sichern lassen. Ein erster Angriff der Protestanten auf die Schanzen schlug Anfang April 1626 fehl. Mansfeld entschloss sich zur Belagerung, obwohl es noch andere Punkte gegeben hätte, an denen er die Elbe hätte überqueren können.
Die Protestanten errichteten ihrerseits Schanzen und Laufgräben und zermürbten die Katholiken unter dem Kommando von Johann von Aldringen. Aber die Verteidiger hielten zwei Wochen stand, bis Wallenstein mit dem Rest seines Heeres Mitte April eintraf.
Wallenstein ließ die Verteidigungsstellung nochmals ausbauen und begann, mit seinen jetzt überlegenen Kräften, die Mansfelder zum umfassen.
Mansfeld sah, dass er kaum noch was zu gewinnen hatte und befahl einen letzten Angriff für den 25.04.1626. Dieser schlug aber ebenso fehl wie die Vorhergegangenen und als sich seine Armee zurückzuziehen begann, wurden sie von Wallenstein mit Macht angegriffen, komplett zerstreut und in die Flucht geschlagen.
Die Szenarien:
Vor diesem Hintergrund haben wir die Geschehnisse an der Dessauer Brücke in drei Szenarien aufgeteilt, die den Verlauf in chronologischer Folge nachstellen sollen.
Das Setting ist insofern auch interessant, da im Wargaming im 30-jährigen Krieg oft die Schweden eine prominente Rolle spielen, zu dieser Zeit aber noch nicht in dem Konflikt vertreten waren.
Das führte auch dazu, dass wir bei den Truppentypen für beide Seiten, auf caracolierende Harkebusiere und schwere Kürassiere zurückgreifen und die späteren aggressiven schwedischen Taktiken außen vor lassen konnten. Da sich die Demospiele somit auf wenige Truppentypen beschränkten, war es für die Spieler auch einfacher, sich zurechtzufinden.
Impressionen TACTICA:
Unsere Präsentation umfasste dann doch einen Spieltisch mit den Abmessungen von 1,20 x 3,90 m und war damit einer der größten Tische, die wir bisher auf der TACTICA gemacht haben.
Massierte Pike&Shot-Einheiten vor dem Mansfeldischen Lager
Hier treffen die Kroaten und leichten Reiter auf protestantische Kavallerie.
Versorgungswagen, Gehöfte und Berittene.
Auch das Mansfeldische Lager war sehr groß und ausgedehnt
... und sind auch ein ums andere Mal gefallen.
Spielbericht 1.Szenario: "Erster Sturmangriff"
Nachdem ich noch die ganzen Figuren und das Gelände von der Präsentation zu Hause hatte, kam am 11.03.2026 Stefan vorbei, damit wir nochmal das erste Szenario unserer "Dessau-Trilogie" spielen konnten.
Er brachte noch seine Einheiten mit und führte als Graf Mansfeld die Protestanten ins Feld.
Klassisch war die Infanterie im Zentrum und an den Flanken jeweils eine Reitereinheit.
Das Kommando führt Johann von Aldringen.
Vor allem die schweren protestantischen Kürassiere links sind einschüchternd.
Links oben eröffnet eine Mansfeldische Kanone das Feuer auf die Infanterie in der vordersten Redoute.
Aber auch die Protestanten leiden und hier sind drei Regimenter ungeordnet (erkennbar an den Verlustmarkern bei den Einheiten).
Aber das Blatt wendet sich, als mit einem katastrophalen Würfelwurf (Doppel-Eins) die Mansfelder den Kampf abbrechen und fliehen !
Aber auch Mansfeld hat mit dem "roten Regiment" nur noch einen Pfeil im Köcher...
... doch das Regiment bricht unter dem konzentrierten Feuer der Katholiken zusammen. Als es flieht, haben die Mansfelder ihren Armeebruch erreicht, stellen den Angriff ein und ziehen sich in ihr Lager zurück.
So endete das Szenario historisch mit einer Niederlage von Mansfeld und die Protestanten mussten sich auf eine langwierige Belagerung einrichten.
















































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