Der Sturm auf die Schanzen von Poltava 1709 (großer nordischer Krieg)
Eines meiner Fernziele im Hobby ist eines Tages die Schlacht von Poltava, aus dem Großen Nordischen Krieg, in vollem Umfang nachspielen zu können.
In Vorbereitung hierzu habe ich bereits meine Sammlung an Schanzen erweitert, die die "Wellenbrecher" des schwedischen Aufmarsches dort waren.
Um das Setting mal vorab etwas zu bespielen, hatte ich am 29.10.2025 einen Teil meiner 15mm GNW Schweden und Russen ausgepackt.
Als Regelwerk habe ich "The Pikeman´s Lament" (von Osprey) mit meinen Hausregeln für diesen Konflikt benutzt.
Hier sieht man die 6 russischen Schanzen, von denen aber einige noch nicht ganz fertiggestellt waren. Dahinter standen russische Reiter.
Unten die Schweden, die eine Art Brigadekolonnen bildeten, um die Schanzen/Redouten zu stürmen oder die Zwischenräume zu nehmen. Dahinter schwedische Reiterei.
Das Ganze war als Überraschungsangriff im frühen Morgengrauen geplant. Da aber die erschöpfte schwedische Reiterei in der Dunkelheit viel zu lange brauchte, um im Anmarschgebiet kampffertig zu erscheinen, verzögerte sich die Operation deutlich.
Das bedeutete, dass die Schweden (hier rechts) den Angriff mit der Morgensonne machten, wodurch dieser bereits sehr bald von den Russen entdeckt wurde.
Die Schanzen sind (teilweise) mit Artillerie bestückt, die bereits gute Sicht auf ihre Ziele hat.
Die schwedischen Kolonnen teilen sich auf: einige Regimenter greifen die Redouten an, andere wollen dazwischen hindurch.
Durch einen "positiven Befehlspatzer" entpuppt sich ein schwedischer Offizier als heroische Persönlichkeit, die mit einer separaten Figur dargestellt wird (rechts).
Die erste (unfertige) Redoute kann verhältnismäßig leicht genommen werden.
Die Russen fallen kämpfend zurück (oben).
Die Schweden setzen nach und brechen den Gegner, kommen aber langsam in Reichweite der gegnerischen Artillerie.
Und schon die nächste Schanze wartet...
Ein weiterer schwedischer Nachteil war, dass es Missverständnisse gab, ob jetzt alle oder nur einige Schanzen erobert und genommen werden sollten. Oder ob eigentlich nur gewollt war, die Verteidiger dort zu binden und mit dem Hauptteil der Angriffstruppen die Befestigungen zu umgehen, um das russische Hauptheer anzugreifen.
Das hatte zur Folge, dass sich der Angriff sehr verzettelte. Einige Regimenter bissen sich langwierig an der Eroberung fest, während andere die Schanzen ignorierten und schnell viel weiter vorstießen.
Das Dal-Regiment (Dalcarla) erstürmt die nächste Schanze, aber die Verluste häufen sich.
Russische Reiter / Dragoner (oben) unternehmen Entlastungsangriffe (hier gegen Rgt. Närke-Värmland), werden aber verbissen zurückgeschlagen.
Rgt. Dalcarla ist bereits schwer dezimiert (die Hälfte der Trefferpunkte sind verloren).
Unten wappnen sich die Dragoner für den schwedischen Hauptangriff.
In einer weiteren unfertigen Redoute befindet sich russische Artillerie.
Deren unentwegtem Beschuss ist es gelungen, die ersten Schweden in die Flucht zu treiben.
Überblick: den Schweden (rechts) ist es gelungen, die beiden zentralen Schanzen freizuräumen und in Linie zu gehen. Links stehen die Russen aber noch fest und 4 weitere Schanzen warten.
Die schwedische Infanterie ist bereits so geschwächt, dass die Kavallerie unterstützen muss.
Aber auch die Russen (oben) haben keine Reserven mehr.
Das schwed. Leibregiment schafft es nicht, die Artilleriebatterie zu nehmen und wird aufgerieben.
Die Untertanen von Zar Peter I. wehren sich hartnäckig, auch wenn sie den Skandinaviern qualitätsmäßig weit unterlegen sind.
Einige Spielrunden später ist das Schlachtfeld schon deutlich ausgedünnt.
Es gibt auf beiden Seiten beinahe mehr fliehende, als kampffähige Einheiten.
Aber die verbliebenen Schweden raffen sich auf zum finalen Durchbruch.
Eine der letzten Schanzen fällt, aber die Schweden sind in Unordnung.
Russische Artilleristen feuern ihr Geschütz ein letztes Mal ab, bevor sie zurück ins russische Hauptlager fliehen.
Ergebnis:
Letztendlich ist des den Schweden mit ihrer überragenden Aggressivität und qualitätsmäßigen Überlegenheit gelungen, den Redouten-Gürtel zu durchbrechen und die Russen zu verjagen.
Aber die Verluste waren dermaßen hoch, dass ein Angriff auf das viel größere russische Hauptheer nunmehr undenkbar geworden ist. Zumal sich dieses ja noch in einem riesigen Feldlager verschanzt hatte.
Den Schweden wäre wahrscheinlich nur übrig geblieben, die Redouten so gut es geht selbst zu besetzen und zu versuchen, die Russen zu einem ihrerseits blutigen Angriff zu verleiten.
Insofern muss man das Spiel, trotz dem dass die Schweden das Schlachtfeld behaupteten, wohl eher als russischen Erfolg werten.
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