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Donnerstag, 2. Juli 2026

Die Schlacht bei Wimpfen 1622 - Teil 3: Das Solo-Wargame

 

Die Schlacht bei Wimpfen 1622 - Teil 3: Das Solo-Wargame                                     (23.-25.06.2026)


Nachdem ich mir die Stadt Wimpfen mit Figurendiorama und  das Schlachtfeld  angeschaut hatte, ist es nur logisch, auch die Schlacht am Spieltisch nachzuspielen. 



Ich wählte eines meiner Lieblings-Regelwerke: Field of Glory: Renaissance.



Hier die Aufstellung:

links der Böllinger Bach mit dem Böllinger Hof und der Brücke an der Böllinger Mühle. Rechts davor im Halbkreis die Wagenburg des Markgrafen von Baden. Die Katholiken kommen von rechts; rechts oben die Spanier unter Cordoba und rechts Mitte / unten Tillys Armee der Liga.

Links oben in der Ecke Biberach, rechts oben in der Ecke der Dornet Wald und links unten Obereisesheim.

Ich hab das Spiel stückeweise an drei Tagen gespielt, daher auch die unterschiedlichen Lichtverhältnisse bei den Fotos.



Die badische Infanterie verteidigt die Wagenburg, die Reiterei steht noch fast komplett dahinter.



Man sieht schon die Überzahl von Tillys Armada.



Die westlichste Batterie der Katholiken wurde über Nacht verschanzt.
Rechts oben das Förstle, rechts unten in der Ecke der Dornet Wald. 



Blick vor der Schlacht aus der Vogelperspektive.



Der spanische Vormarsch beginnt.



Tillys Reiterei muss schon recht früh einige schwere Artillerietreffer einstecken.



Auch die spanischen Kürassiere haben schnell Verluste.



Die badischen Musketiere im Förstle (rechts) schießen schlechter als ihre katholischen Gegner (links).



Während ihre Infanterie vormarschiert, machen sich die spanischen Kürassiere vom Acker.



Blick von Osten. 



Die erste Infanterie Tillys unternimmt einen Angriff auf die badische Batterie vor der Wagenburg.



Östlicher Teil der Wagenburg. Diese zählt in diesem Szenario testweise als Feldbefestigung
Im zweiten Spiel haben wir das dann geändert.



Die spanischen Verluste der Infanterie durch die Artillerie halten sich noch in Grenzen.



Unten der Böllinger Hof am Böllinger Bach und an der rechten Spielfeldkante Obereisesheim.



Kurz bevor beide Seiten auf Musketenreichweite sind.



Das ligistische Regiment konnte eine Kanone zerstören, ist aber selbst schwer ungeordnet.



Noch halten die Badener im Förstle, aber ihre Situation wird immer schwieriger...



... und kurze Zeit später ergreifen sie die Flucht.



Protestantische Bandelierreiter nehmen es mutig mit der spanischen Guardias Viejas auf, die sogar noch mit altmodischen Lanzen in den Kampf reiten.



Das erste ligistische Regiment ist gebrochen, aber die Angreifer kommen jetzt mit Macht.



Mit einer gehörigen Portion Glück gelingt es den protestantischen Reitern die spanische Gardekavallerie in die Flucht zu schlagen.



Die Reiterei aus Baden und Württemberg nimmt am rechten Rand der Wagenburg Aufstellung.



Das große Liga-Regiment Schmidt (rechts) ist durch seine altmodische Aufstellung als "frühes Tercio" bestens gegen Flankenangriffe geschützt. Außerdem handelt es sich um alte Veteranen aus Tillys Armee. 


Intensives Musketenfeuer vor und aus der Wagenburg. 



Der württembergische Kavallerieflügel greift Tillys Reiterei an.



Regiment Goldstein links. Rechts daneben beginnen die Württemberger zu wanken.



Aber der erste Einbruch gelingt den Katholiken, als die Infanterie von Wilhelm von Sachsen-Weimar flieht.



Knapp daneben aber ein anderes Bild, als hier die Angreifer fliehen...



... und dabei sogar der kath. Obrist Schönberg fällt.



Die Württemberger Kürassiere brechen die Pappenheimer Reiter (damals noch ohne ihren später berühmten General gleichen Namens).



Aber weiter oben haben auch katholische Kürassiere ihre Gegner besiegt.



Endlich erscheint Graf Tilly auf dem Schlachtfeld, nachdem er in Wimpfen die heilige Messe beendet hat (für einige besondere Ereignisse, die während der Schlacht auftraten, verwendete ich ein Ereigniskartendeck, so z.B. für den Zeitpunkt, wann Tilly eintrifft).



Der Markgraf Georg Friedrich von Baden riegelt mit seiner berittenen Leibgarde höchstpersönlich den Einbruch in die Wagenburg ab und schlägt Rgt. Baur in die Flucht.



Im Anschluss sammelt er noch mit einem großartigen Moraltest die fliehenden Weimarer und wird damit seinem Ruf als umsichtiger Heerführer vollkommen gerecht.



Währenddessen treibt Magnus von Württemberg mit seinen Kürassieren den Gegner vor sich her und holt auch die raffgierigen Crabaten bei ihrem Ausweichversuch ein. 



Tillys Kürassiere vom Regiment Eynatten werden bei ihrem Versuch die badische Batterie einzunehmen von Bandellierreitern im Rücken beschossen. Tilly eilt herbei zur moralischen Unterstützung.



Nach zähem Ringen gelingt es dem weißen Regiment mit den tapferen 400 Pforzheimern, die Veteranen vom Tercio Schmidt in die Flucht zu schlagen.



Auf der anderen Schlachtfeldseite erobert das Tercio von Neapel die schwere Artillerie des Markgrafen von Baden.



Durch das Ereigniskartendeck gesteuert, tritt das für diese Schlacht charakteristische Unglück ein und die badischen Pulverwagen fliegen in die Luft !!
Das erschüttert die Truppen des Markgrafen und einige ergreifen die Flucht.


Das spanische Tercio von Neapel richtet die eroberten Kanonen auf die badischen Truppen aus.

Aber auch Tillys Armee ist schwer mitgenommen und beide Seiten stehen kurz vor dem Armeebruch. 

Als aber die badische Besatzung aus Obereisesheim einen schlecht geplanten Ausfall macht, um die gegnerischen Kanonen einzunehmen und dabei von diesen aufgerieben wird, hat die Armee des Markgrafen ihren Armeebruch erreicht und sie muss die Schlacht verloren geben.

Die Truppen Tillys trennt nur noch ein Punkt von ihrem Armeebruch. Sehr knapp also. 


Fazit:

Die Ereigniskarten haben funktioniert, allerdings kam Tilly doch sehr spät zur Schlacht. 

Das Spiel war außerordentlich knapp und spannend.  

Allerdings hat sich die Wagenburg als Feldbefestigung nicht ganz richtig angefühlt, da so die zahlreichen kleinen Geschütze, die die Badener in ihren Spießwagen stehen hatten, überhaupt nicht repräsentiert wurden. Das kann man bestimmt noch anders darstellen, doch dazu mehr im Teil 4.

Donnerstag, 26. März 2026

Spielbericht aus dem Großen nordischen Krieg "Pass Clearance" (Programmed Wargames Scenarios)

 

                      Spielbericht:  "Pass Clearance" im Großen Nordischen Krieg (GNW)


Immer eine gute Wahl für ein Solo-Spiel zwischendurch, ist das grandiose Buch Programmed Wargames Scenarios von Charles S. Grant.

In diesem Szenario muss eine Vorhut der Angreifer einen Pass zwischen zwei Hügelketten freikämpfen, damit die nachfolgende Armee ungehindert durchmarschieren kann. Die Nachhut der Verteidiger muss natürlich genau dies verhindern.


Gespielt wurde das Szenario mit dem Regelwerk: Field of Glory: Renaissance
Maßstab: 15mm 


Gerade für das Solo-Spiel ist es toll, dass man entweder eine oder sogar beide Seiten "programmiert" spielen kann, d.h. das Szenario gibt vor bzw. es wird ausgewürfelt, welche Strategie beide Armeen verfolgen. Die taktischen Entscheidungen trifft dann der Spieler innerhalb der vorgegebenen Strategie für das Szenario.



Auch die Art der Aufstellung und die Zusammensetzung der beteiligten Armeen wird zufällig ermittelt. So ist kein Spiel wie das andere.



In diesem Szenario gibt es ein Tal entlang der beiden langen Spielfeldkanten. Ich habe meine Spielfeldmatte auf beiden Seiten mit untergelegten Büchern u.ä. höher gemacht, was man hier auf dem Foto leider nicht so gut erkennen kann.



Auf diesem Foto sieht man die Krümmung des Geländes etwas besser.

Die Schweden kommen von unten und müssen durch die verteidigenden Russen (oben) durchbrechen.
Die Befehle besagten, dass der Angriff auf der linken Seite des Hanges erfolgen soll, während der rechte Hang nur mit leichter Reiterei gesichert werden soll.



Die russischen Befehle sahen vor, dass der Talboden und die Flanke mit dem Sumpf (oben) nur gehalten werden soll, während auf der (unteren) linken Flanke örtlich begrenzte Angriffe erlaubt wurden.



Auf ihrer rechten Flanke schicken die Schweden leichte Reiterei der verbündeten Kosaken vor.



Befehlsgemäß entwickeln sich die Schweden am Stärksten auf der linken Flanke. Hierzu muss noch erwähnt werden, dass der ausgedehnte Sumpf dort, den Schweden erst im Lauf des Vormarsches auffallen wird (sonst wäre wahrscheinlich ein anderer Aufmarsch befohlen worden).
Solche kleinen Gimmicks im unterschiedlichen Kartenmaterial sind gerne in den programmed scenarios drin, was ich sehr mag. 

Da im Talboden die russische Artillerie bereits in Stellung war, nahm sie die Schweden bei deren Vormarsch unter Feuer und verursachte auch bald erste Verluste.



Die Schweden (Mitte und unten, bereits mit Verlusten durch die Artillerie) versuchen, dem russischen Gegenangriff auf ihrer rechten Flanke zu begegnen.


Doch schon bald bricht die erste schwedische Kavallerie nach einem grottigen Würfelergebnis und muss panisch das Schlachtfeld verlassen.



Die Kanonen der Schweden sind im Gegensatz sehr langsam, müssen erst in Reichweite gezogen und dann schwerfällig abgespannt werden.
Rechts sind die Kosaken vor den aggressiven Russen zurückgewichen.



Doch bald darauf gelingt es den Kosaken, zusammen mit einer schwedischen Batterie, ihren russischen Gegenpart zu zerstreuen.


Das verbliebene russische Regiment Narvski versucht rechts, die Kosaken unter Druck zu setzen, gerät dadurch aber vor die Rohre der nunmehr in Stellung gegangenen schwedischen Batterien.

Links geht der schwedische Vormarsch weiter voran, auch wenn immer wieder Verluste durch russische Kanonentreffer zu verbuchen sind. 



Die Schweden nutzen ihre örtliche Überzahl aus: die Kosaken plänkeln um die russischen Infanteristen und die Artillerie beschießt sie frontal.



Das russische Regiment Narvski (Mitte rechts) wird unter dem konzentrierten Beschuss ungeordnet.



Unten links haben plänkelnde Kosaken vom Don und in russischen Diensten, den Sumpf besetzt und beschießen von dort die anrückenden Schweden.



Die Don-Kosaken (Mitte unten) halten die schwedische Reiterei auf Abstand.
Oben gelingt es der russischen Infanterie nicht, die anstürmenden Schweden mit Musketenfeuer zu stoppen. Weitere Plänkler der Don-Kosaken im Sumpf, weichen vor den Schweden zurück. 



Die Kosakenplänkler (Mitte links) machen sich davon. Auch unten weichen die Kosaken vor einem schwedischen Angriff in das schwere Gelände aus.



Die Schweden sind fast überall bereits angekratzt, aber ihre aggressive Ga Pa-Doktrin trifft die Russen hart.



Währenddessen gelingt es der schwedischen Artillerie und den Dragonern, das Narvski-Regiment aufzureiben.



Da die Schweden jetzt im Nahkampf sind, fehlen den russischen Kanonen die Ziele.



Regiment Narvski flieht das Tal entlang.



Die schwedische Kavallerie wagt sich nicht in das schwere Gelände und nimmt kontinuierlich Schaden durch die Don-Kosaken. Aber weiter oben beginnen die Russen zu wanken.



Fast gleichzeitig brechen beide russischen Infanterieregimenter und die Schweden setzten nach.



Im Wald links oben haben sich die Plänkler der Don-Kosaken versteckt, aber ihre Motivation zum Eingreifen hält sich in Grenzen, als sie die fliehenden Russen sehen.



Die einsame russische Kavallerieeinheit wappnet sich für den bevorstehenden Angriff.
Aber das schwedische Regiment Kronobergs rechts hat sich zu weit vorgewagt und bietet der letzten verbliebenen russischen Infanterie die Flanke. 



Die Schweden vom Rgt. Kronobergs werden frontal von Reiterei und in der Flanke von Infanterie angegriffen...



... aber in einer äußerst beeindruckenden Zuschaustellung von Kampfgeschick und Entschlossenheit, treffen die Schweden mit allen Attacken (schwarze Würfel) und halten somit dem potentiell todsicheren Doppelangriff stand !



Immerhin können die Don-Kosaken aus dem Sumpf die schwedische Reitereinheit vertreiben.



Links (in rot/blau) schwenkt das ungebundene schwedische Regiment Närke-Värmland auf die Flanke der russischen Reiter ein um die Kronoberger zu entlasten.



Da Rgt. Kronoberg immer noch stoisch stand hält, reicht den Närke-Värmländern die Zeit, ihren Angriff zu vollenden.

Der anschließende Nahkampf bringt die Entscheidung, als die russische Reiterei durch den Flankenangriff aufgerieben wird und dadurch die Armeemoral der Russen bricht.

Trotz Verlusten ist es den Schweden gelungen, den Pass freizukämpfen und ihren Auftrag zu erfüllen.


Fazit:

Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die schwedischen Karoliner durch ihre überlegene Qualität einiges einstecken und trotzdem noch hart zuschlagen können. Wenn es ihren Gegnern nicht gelingt, die Schweden im Ansturm zu zerrütten, haben sie immer einen schweren Stand.

Wobei natürlich die Leistung der Kronoberger (also ihr Würfelglück) wider alle Wahrscheinlichkeit war :-)

Die Schlacht bei Wimpfen 1622 - Teil 3: Das Solo-Wargame

  Die Schlacht bei Wimpfen 1622 - Teil 3: Das Solo-Wargame                                     (23.-25.06.2026) Nachdem ich mir die Stadt Wi...