Die Schlacht bei Wimpfen 1622 - Teil 3: Das Solo-Wargame (23.-25.06.2026)
Nachdem ich mir die Stadt Wimpfen mit Figurendiorama und das Schlachtfeld angeschaut hatte, ist es nur logisch, auch die Schlacht am Spieltisch nachzuspielen.
Ich wählte eines meiner Lieblings-Regelwerke: Field of Glory: Renaissance.
Hier die Aufstellung:
links der Böllinger Bach mit dem Böllinger Hof und der Brücke an der Böllinger Mühle. Rechts davor im Halbkreis die Wagenburg des Markgrafen von Baden. Die Katholiken kommen von rechts; rechts oben die Spanier unter Cordoba und rechts Mitte / unten Tillys Armee der Liga.
Links oben in der Ecke Biberach, rechts oben in der Ecke der Dornet Wald und links unten Obereisesheim.
Ich hab das Spiel stückeweise an drei Tagen gespielt, daher auch die unterschiedlichen Lichtverhältnisse bei den Fotos.
Die badische Infanterie verteidigt die Wagenburg, die Reiterei steht noch fast komplett dahinter.
Man sieht schon die Überzahl von Tillys Armada.
Die westlichste Batterie der Katholiken wurde über Nacht verschanzt.
Rechts oben das Förstle, rechts unten in der Ecke der Dornet Wald.
Blick vor der Schlacht aus der Vogelperspektive.
Der spanische Vormarsch beginnt.
Tillys Reiterei muss schon recht früh einige schwere Artillerietreffer einstecken.
Auch die spanischen Kürassiere haben schnell Verluste.
Die badischen Musketiere im Förstle (rechts) schießen schlechter als ihre katholischen Gegner (links).
Während ihre Infanterie vormarschiert, machen sich die spanischen Kürassiere vom Acker.
Blick von Osten.
Die erste Infanterie Tillys unternimmt einen Angriff auf die badische Batterie vor der Wagenburg.
Östlicher Teil der Wagenburg. Diese zählt in diesem Szenario testweise als
Feldbefestigung.
Im zweiten Spiel haben wir das dann geändert.
Die spanischen Verluste der Infanterie durch die Artillerie halten sich noch in Grenzen.
Unten der Böllinger Hof am Böllinger Bach und an der rechten Spielfeldkante Obereisesheim.
Kurz bevor beide Seiten auf Musketenreichweite sind.
Das ligistische Regiment konnte eine Kanone zerstören, ist aber selbst schwer ungeordnet.
Noch halten die Badener im Förstle, aber ihre Situation wird immer schwieriger...
... und kurze Zeit später ergreifen sie die Flucht.
Protestantische Bandelierreiter nehmen es mutig mit der spanischen Guardias Viejas auf, die sogar noch mit altmodischen Lanzen in den Kampf reiten.
Das erste ligistische Regiment ist gebrochen, aber die Angreifer kommen jetzt mit Macht.
Mit einer gehörigen Portion Glück gelingt es den protestantischen Reitern die spanische Gardekavallerie in die Flucht zu schlagen.
Die Reiterei aus Baden und Württemberg nimmt am rechten Rand der Wagenburg Aufstellung.
Das große Liga-Regiment
Schmidt (rechts) ist durch seine altmodische Aufstellung als "frühes Tercio" bestens gegen Flankenangriffe geschützt. Außerdem handelt es sich um alte Veteranen aus Tillys Armee.
Intensives Musketenfeuer vor und aus der Wagenburg.
Der württembergische Kavallerieflügel greift Tillys Reiterei an.
Regiment Goldstein links. Rechts daneben beginnen die Württemberger zu wanken.
Aber der erste Einbruch gelingt den Katholiken, als die Infanterie von Wilhelm von Sachsen-Weimar flieht.
Knapp daneben aber ein anderes Bild, als hier die Angreifer fliehen...
... und dabei sogar der kath. Obrist Schönberg fällt.
Die Württemberger Kürassiere brechen die Pappenheimer Reiter (damals noch ohne ihren später berühmten General gleichen Namens).
Aber weiter oben haben auch katholische Kürassiere ihre Gegner besiegt.
Endlich erscheint Graf Tilly auf dem Schlachtfeld, nachdem er in Wimpfen die heilige Messe beendet hat (für einige besondere Ereignisse, die während der Schlacht auftraten, verwendete ich ein Ereigniskartendeck, so z.B. für den Zeitpunkt, wann Tilly eintrifft).
Der Markgraf Georg Friedrich von Baden riegelt mit seiner berittenen Leibgarde höchstpersönlich den Einbruch in die Wagenburg ab und schlägt Rgt. Baur in die Flucht.
Im Anschluss sammelt er noch mit einem großartigen Moraltest die fliehenden Weimarer und wird damit seinem Ruf als umsichtiger Heerführer vollkommen gerecht.
Währenddessen treibt Magnus von Württemberg mit seinen Kürassieren den Gegner vor sich her und holt auch die raffgierigen Crabaten bei ihrem Ausweichversuch ein.
Tillys Kürassiere vom Regiment Eynatten werden bei ihrem Versuch die badische Batterie einzunehmen von Bandellierreitern im Rücken beschossen. Tilly eilt herbei zur moralischen Unterstützung.
Nach zähem Ringen gelingt es dem weißen Regiment mit den tapferen 400 Pforzheimern, die Veteranen vom Tercio Schmidt in die Flucht zu schlagen.
Auf der anderen Schlachtfeldseite erobert das Tercio von Neapel die schwere Artillerie des Markgrafen von Baden.
Durch das Ereigniskartendeck gesteuert, tritt das für diese Schlacht charakteristische Unglück ein und die badischen Pulverwagen fliegen in die Luft !!
Das erschüttert die Truppen des Markgrafen und einige ergreifen die Flucht.
Das spanische Tercio von Neapel richtet die eroberten Kanonen auf die badischen Truppen aus.
Aber auch Tillys Armee ist schwer mitgenommen und beide Seiten stehen kurz vor dem Armeebruch.
Als aber die badische Besatzung aus Obereisesheim einen schlecht geplanten Ausfall macht, um die gegnerischen Kanonen einzunehmen und dabei von diesen aufgerieben wird, hat die Armee des Markgrafen ihren Armeebruch erreicht und sie muss die Schlacht verloren geben.
Die Truppen Tillys trennt nur noch ein Punkt von ihrem Armeebruch. Sehr knapp also.
Fazit:
Die Ereigniskarten haben funktioniert, allerdings kam Tilly doch sehr spät zur Schlacht.
Das Spiel war außerordentlich knapp und spannend.
Allerdings hat sich die Wagenburg als Feldbefestigung nicht ganz richtig angefühlt, da so die zahlreichen kleinen Geschütze, die die Badener in ihren Spießwagen stehen hatten, überhaupt nicht repräsentiert wurden. Das kann man bestimmt noch anders darstellen, doch dazu mehr im Teil 4.