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Donnerstag, 2. April 2026

Die Schlacht an der Dessauer Brücke 1626 - Teil 2

 

Die Schlacht an der Dessauer Brücke 1626 - Teil 2                                                   26.03.26


Hier der 2.Teil der "Dessau-Trilogie". Das Szenario spielt im Laufe des April 1626 im 30-jährigen Krieg.

Mansfelds erster Angriff auf die kaiserliche Schanze ist fehlgeschlagen. In der Folgezeit richten sich die Protestanten zur Belagerung ein und haben begonnen, ihrerseits Schanzen anzulegen. Durch kleinere Angriffe und Artilleriebombardement versuchen sie, die Kaiserlichen zu zermürben. Nach etlichen Tagen werden bei den Verteidigern Schießpulver und Proviant knapp.

Wallenstein befindet sich mit dem Rest seiner Truppen noch im Anmarsch, aber er schickt den Grafen Schlick mit einigen Trosswägen voraus, um den Brückenkopf zu versorgen. 

Von oben links kommt der Wagenzug von Schlick. Rechts das Mansfeldische Lager.


Unten rechts sieht man, dass auch die Protestanten Schanzen errichteten.



Gespielt wurde wieder mit den Regeln "The Pikeman´s Lament" von Osprey.



Der Wagenzug auf der Brücke über die Mulde. Er wird sich jede Runde 6 Zoll bewegen und damit 6 Runden brauchen, bis er in der vordersten Schanze angekommen ist.



Die Dessauer Brücke. Meisterlich gebastelt von Don.
Lustigerweise fanden wir erst nachdem das Brückenmodell fertig war heraus, dass die historische Brücke aus Holzbohlen gebaut war und wohl eher unserer obigen Brücke über die Mulde glich  ;-)



Die Protestanten unter Mansfeld haben vor ihrem Lager Aufstellung genommen.



Die Protestanten hatten Befehl, einen erneuten Angriff auf den Brückenkopf zu unternehmen und vor allem möglichst den Wagenzug zu zerstören. Sie hatten dazu eine leichte Überzahl (8 zu 7 Einheiten).



Einem unglücklichen Delinquenten wird noch schnell der Prozess gemacht.



Die Harkebusiere unten lassen es ruhig angehen, während die restlichen Protestanten ihren Angriff beginnen.



Die Verteidiger haben die Stellungen bemannt.



Die vordersten Kaiserlichen eröffnen das Feuer. Auch eine Batterie von der anderen Flußseite (unten rechts) unterstützt und nimmt vor allem die mansfeldischen Kürassiere aufs Korn.



Schon nach kurzer Zeit sind die Kürassiere auf die Hälfte dezimiert.


Das Feldgeschütz kann bis jenseits der Schanze auf der anderen Flußseite schießen.




Die schon schwer gerupften Kürassiere starten eine Attacke auf die Kaiserlichen in der Redoute.



Die kaiserliche Einheit in der Redoute war beim ersten Szenario eine volle Pike&Shot-Einheit, hatte aber so viele Verluste da, dass sie in diesem Gefecht nur noch als einfache Musketenschützeneinheit aufgestellt wurde.



Der Wagenzug war spieltechnisch sehr fragil, da historisch zivile Fuhrleute eingesetzt wurden, die oft schon bei den ersten Schüssen davon liefen.



Graf Schlick führt eine Einheit Harkebusiere an, die den Wagenzug beschützen soll.


 
Auch auf der anderen Seite, vor den Toren Dessaus, steht eine kaiserliche Batterie, die von hier Mansfelds linken Flügel beschießen kann.



Der Anmarsch der Prostestanten.



Mansfeld hat die Sonderregel "Alter Marschierer" und kann daher einige Einheiten sehr zuverlässig bewegen. Rechts führen die Protestanten ein leichtes Regimentsgeschütz mit.



Bald sind beide Seiten auf Musketenreichweite heran und beschießen sich wie der Teufel.



Die Schützen in der Redoute bekommen besonders viel ab und verlieren die Hälfte ihrer Männer. Aber unter der beruhigenden Anwesenheit von Graf von Aldringen (rechts) halten sie ihre Stellung.



Die Wagen rumpeln auf die Dessauer Brücke.


 
Graf Schlick trifft in der Kampflinie ein und spornt die Männer zu präziserem Schießen an.



Unten links wird die mansfeldische Reiterei ungeordnet und fällt zurück.



Den Kürassieren wird es bald zu viel; sie fliehen und brechen.


Aber auch die Kaiserlichen in der Redoute werden zusammengeschossen und hauen ab.



Das kaiserliche Kanonenfeuer aus Dessau dezimiert auch die Reiterei auf der anderen Flanke.



Die Protestanten rüsten sich zum Generalvorstoß.



Langsam aber stetig steigen auch die Verluste im Brückenkopf.



Die mansfelder Reiterei unten rechts bricht.


 
Obwohl die Redoute geräumt ist, wird auch das davor stehende protestantische Regiment ungeordnet.



Es fällt immer weiter zurück und verweigert alle Sammelversuche.
Davor versuchen die letzten protestantischen Reiter aus dem kaiserlichen Feuerkessel zu entkommen.
 


Auch die bayrische Infanterie wird von der Schanze zurück getrieben.



Unten haben die Musketiere kein Ziel mehr.



Auflösungserscheinungen erfassen auch die Truppen in der Schanze. Die bayrischen Musketiere oben sind auf der Hälfte und der Pike&Shot- Einheit in der Mitte laufen die Leute davon.
Da können auch Schlick und Aldringen nichts dran ändern.



Die Musketenschützen unten ziehen in Richtung Mitte des Brückenkopfes.
Mehr aus Verzweiflung reiten Schlicks Harkebusiere in die Redoute ...



... und können mit ihren Reiterkarabinern auch tatsächlich ihren protestantischen Gegenpart aufreiben.


Das rechte Regiment wird sogar von Baron von Knyphausen persönlich zum Sammeln aufgefordert, verweigert das aber, trotz vielerlei Bitten und Drohen.



Der obere Teil des Schanze scheint freigekämpft.



Aber trotz horrender Verluste  (6 von 12 Trefferpunkten verloren) halten die bayrischen Musketiere immer noch hartnäckig den Gegner auf Abstand.
Schlick ist in seinem Trabharnisch schweißgebadet.




Der Wagenzug hat die Redoute erreicht, aber erste Kugeln schlagen in den Wägen ein und setzen diese teilweise in Brand.



In aller Hast werden die Pulverfässer gesichert, bevor das Feuer auf sie übergreift und alles in einer Katastrophe endet.



Auf die Hälfte reduziert, bemerken die erleichterten Harkebusiere, dass sie keinen Feind mehr vor sich haben.
Aber die beiden oberen Pike&Shot-Regimenter der Protestanten stehen Haaresbreite davor, die Schanzen zu nehmen. Und es gibt dort keinen mehr, der sie daran hindern könnte.



Da geschieht das Unglück: das letzte mansfeldische Regiment, das sich kontinuierlich unter Verlusten zurückgezogen hat, legt einen desaströsen Moraltest hin: auch Knyphausen kann all die Leute nicht mehr halten und sie rennen in wilder Flucht davon. 
Diese Flucht reicht aus, um die protestantische Armeemoral zu brechen und es muss zum allgemeinen Rückzug ins Lager geblasen werden.



Die Kanonen schicken den abziehenden Mansfeldern noch einige Kugeln hinterher.



Die Kaiserlichen haben einmal mehr die Schanzen gehalten !

Aber es war sehr knapp: es waren kaum noch Verteidiger auf den Beinen, zwei gegnerische Regimenter waren kurz davor den Brückenkopf zu sprengen und auch der Wagenzug war mehr zerstört als intakt.

Jetzt aber können sich die Verteidiger versorgen, Vorräte auffüllen und neu ordnen.

Auch Wallenstein wird in den folgenden Tagen dann mit seinem Heer eintreffen und mit seinen frischen Regimentern den Brückenkopf verstärken und ausbauen.  

Mansfeld läuft die Zeit davon und wie es ausgeht, werden wir im dritten und letzten Teil sehen.

Dienstag, 3. März 2026

Die Redouten von Poltava 1709 (Großer Nordischer Krieg)

Der Sturm auf die Schanzen von Poltava 1709 (großer nordischer Krieg)


Eines meiner Fernziele im Hobby ist eines Tages die Schlacht von Poltava, aus dem Großen Nordischen Krieg, in vollem Umfang nachspielen zu können.

In Vorbereitung hierzu habe ich bereits meine Sammlung an Schanzen erweitert, die die "Wellenbrecher" des schwedischen Aufmarsches dort waren.

Um das Setting mal vorab etwas zu bespielen, hatte ich am 29.10.2025 einen Teil meiner 15mm GNW Schweden und Russen ausgepackt.


Als Regelwerk habe ich "The Pikeman´s Lament" (von Osprey) mit meinen Hausregeln für diesen Konflikt benutzt.


Hier sieht man die 6 russischen Schanzen, von denen aber einige noch nicht ganz fertiggestellt waren. Dahinter standen russische Reiter.


Unten die Schweden, die eine Art Brigadekolonnen bildeten, um die Schanzen/Redouten zu stürmen oder die Zwischenräume zu nehmen. Dahinter schwedische Reiterei.


Das Ganze war als Überraschungsangriff im frühen Morgengrauen geplant. Da aber die erschöpfte schwedische Reiterei in der Dunkelheit viel zu lange brauchte, um im Anmarschgebiet kampffertig zu erscheinen, verzögerte sich die Operation deutlich.


Das bedeutete, dass die Schweden (hier rechts) den Angriff mit der Morgensonne machten, wodurch dieser bereits sehr bald von den Russen entdeckt wurde.


Die Schanzen sind (teilweise) mit Artillerie bestückt, die bereits gute Sicht auf ihre Ziele hat.


Die schwedischen Kolonnen teilen sich auf: einige Regimenter greifen die Redouten an, andere wollen dazwischen hindurch.


Durch einen "positiven Befehlspatzer" entpuppt sich ein schwedischer Offizier als heroische Persönlichkeit, die mit einer separaten Figur dargestellt wird (rechts).


Die erste (unfertige) Redoute kann verhältnismäßig leicht genommen werden.


Die Russen fallen kämpfend zurück (oben).


Die Schweden setzen nach und brechen den Gegner, kommen aber langsam in Reichweite der gegnerischen Artillerie.


Und schon die nächste Schanze wartet...


Ein weiterer schwedischer Nachteil war, dass es Missverständnisse gab, ob jetzt alle oder nur einige Schanzen erobert und genommen werden sollten. Oder ob eigentlich nur gewollt war, die Verteidiger dort zu binden und mit dem Hauptteil der Angriffstruppen die Befestigungen zu umgehen, um das russische Hauptheer anzugreifen.


Das hatte zur Folge, dass sich der Angriff sehr verzettelte. Einige Regimenter bissen sich langwierig an der Eroberung fest, während andere die Schanzen ignorierten und schnell viel weiter vorstießen.
 

Das Dal-Regiment (Dalcarla) erstürmt die nächste Schanze, aber die Verluste häufen sich. 


Russische Reiter / Dragoner (oben) unternehmen Entlastungsangriffe (hier gegen Rgt. Närke-Värmland), werden aber verbissen zurückgeschlagen.


Rgt. Dalcarla ist bereits schwer dezimiert (die Hälfte der Trefferpunkte sind verloren).


Unten wappnen sich die Dragoner für den schwedischen Hauptangriff.


In einer weiteren unfertigen Redoute befindet sich russische Artillerie. 
Deren unentwegtem Beschuss ist es gelungen, die ersten Schweden in die Flucht zu treiben. 


Überblick: den Schweden (rechts) ist es gelungen, die beiden zentralen Schanzen freizuräumen und in Linie zu gehen. Links stehen die Russen aber noch fest und 4 weitere Schanzen warten.


Die schwedische Infanterie ist bereits so geschwächt, dass die Kavallerie unterstützen muss. 


Aber auch die Russen (oben) haben keine Reserven mehr.


Das schwed. Leibregiment schafft es nicht, die Artilleriebatterie zu nehmen und wird aufgerieben.


Die Untertanen von Zar Peter I. wehren sich hartnäckig, auch wenn sie den Skandinaviern qualitätsmäßig weit unterlegen sind.


Einige Spielrunden später ist das Schlachtfeld schon deutlich ausgedünnt.


Es gibt auf beiden Seiten beinahe mehr fliehende, als kampffähige Einheiten.


Aber die verbliebenen Schweden raffen sich auf zum finalen Durchbruch.


Eine der letzten Schanzen fällt, aber die Schweden sind in Unordnung.


Russische Artilleristen feuern ihr Geschütz ein letztes Mal ab, bevor sie zurück ins russische Hauptlager fliehen.


Ergebnis:
Letztendlich ist des den Schweden mit ihrer überragenden Aggressivität und qualitätsmäßigen Überlegenheit gelungen, den Redouten-Gürtel zu durchbrechen und die Russen zu verjagen.
Aber die Verluste waren dermaßen hoch, dass ein Angriff auf das viel größere russische Hauptheer nunmehr undenkbar geworden ist. Zumal sich dieses ja noch in einem riesigen Feldlager verschanzt hatte.
Den Schweden wäre wahrscheinlich nur übrig geblieben, die Redouten so gut es geht selbst zu besetzen und zu versuchen, die Russen zu einem ihrerseits blutigen Angriff zu verleiten.
Insofern muss man das Spiel, trotz dem dass die Schweden das Schlachtfeld behaupteten, wohl eher als russischen Erfolg werten.

Die Schlacht bei Wimpfen 1622 - Teil 3: Das Solo-Wargame

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