Die Schlacht bei Wimpfen 1622 - Teil 4: Das (zweite) Wargame
Hier der Abschluss der "Wimpfen-Quadrologie".
Am 27.06.2026 kam Mikko vorbei um nochmals die historische Schlacht nachzuspielen.
Unglücklicherweise war es der erste Tag des Jahres mit Hitzerekord, so dass wir bei etwa 40°C im Spielezimmer schmorten. Wir waren aber trotzdem motiviert und entschlossen, das Spiel durchzuziehen.
Erneut hatten wir uns für unser geliebtes FoG:Renaissance entschieden.
Im Vergleich zum letzten Spiel (
https://sorandirsgallery.blogspot.com/2026/07/die-schlacht-bei-wimpfen-1622-teil-3.html ) wurde nicht viel am Gelände geändert, da das meiner Meinung nach, schon ziemlich gut die historischen Gegebenheiten widerspiegelt.
Blick von Osten, unten links Obereisesheim. Armee des Markgrafen von Baden links, Armee der kath. Liga rechts.

Die markgräfliche Armee am Böllinger Bach.
Die Armee der Liga und Spanien unter Tilly und Cordoba.
Die badische Wagenburg.
In den Tagen vor dem Spiel konnte ich noch meine neuen Trosswagen (aus MDF, von Warlord Games) weiter bemalen und basieren.
Diese wurden diesmal regeltechnisch nicht als Field Fortifications gespielt, sondern als Battle Waggons.
Die badische Batterie an der linken Flanke, etwas exponiert, aber ich dachte, dass sie die anrückenden Spanier schon auf Distanz halten können.
Mikko übernahm die Armee der katholischen Liga.
Ich spielte somit den Markgrafen von Baden.
Zu Schlachtbeginn befindet sich noch ein Großteil der badischen Kavallerie hinter der Wagenburg.
Vor der Brücke die Leibgarde des Markgrafen, mit frisch bemaltem Banner.
Rechts die württembergische Reiterei und die Batterie bei Obereisesheim.
Die Katholiken marschieren entschlossen vor...
... und werden von den waffenstarrenden Kriegswagen erwartet.
Auch die badische und württembergische Infanterie hat neue Fahnen erhalten.
Die Kanonen der Liga eröffnen das Feuer. Aber im Gegenbeschuss haben die Kroaten bereits einen Verlust erlitten.
Die Badischen schießen zurück. Sie zwingen die gegnerische Reiterei, sich erstmal hinter den schützenden Hügel zurück zu ziehen um dem Beschuss zu entgehen und auf die Ankunft von General Tilly zu warten (da der "Mönch in Rüstung" noch in Wimpfen der Messe beiwohnt).
Die spanische Artillerie (auf dem Hügel am Dornetwald, am oberen Bildrand) zertrümmert einen Kriegswagen.
Badische Reiterei sichert die linke Flanke.
Im Förstle ziehen die badischen Musketiere gegen ihre spanischen Widersacher bald den Kürzeren.
Das spanische Tercio von Neapel (links unten) ist vom badischen Artilleriebeschuss gänzlich unbeeindruckt.
Die spanische Artillerie in ihrer Schanze am Dornetwald verwandelt zuverlässig Kriegswagen um Kriegswagen in Kleinholz.
Die Reiterei des Herzogs von Württemberg schwärmt an der rechten Flanke aus.
Das Rgt. von Wilhelm von Sachsen-Weimar bereitet sich auf den katholischen Ansturm vor.
Die markgräflichen Truppen warten erstmal noch weiter ab.
Einigen Stunden nach Beginn der Schlacht trifft Graf von Tilly bei seinen Truppen ein, nachdem er seine Gebete in Wimpfen beendet hat. (Wir verwendeten ein Kartendeck um bestimmte Ereignisse der historischen Schlacht zu simulieren. So war sicher, dass die Ereignisse eintreten, aber der genaue Zeitpunkt im Verlauf des Spiels war zufälliger).
Links wurden schon einige Kriegswagen zerschossen und entfernt.
Wie in der historischen Schlacht ergreifen auch hier die Rekruten der Regimenter Emden und Bauer die Flucht.
Beide Armeen sind jetzt in Feuerreichweite.
Ein weiteres Regiment der Liga wird unter dem Beschuss von Kriegswägen und badischer Artillerie aufgerieben und flieht.
Auch die markgräfliche Leibgarde macht sich nun auf zur bedrohten linken Flanke.
Stoisch rückt das spanische Tercio links vor, während die deutschen Pike&Shot-Einheiten sich zögerlicher verhalten.
Es klaffen bereits mehrere Lücken in der Wagenburg.
Wobei jeder zerstörte Kriegswagen zu Lasten der badischen Armeemoral geht.
Links haben sich die Spanier von dem badischen Beschuss nicht abschrecken lassen und sind in guter Ordnung auf die Truppen des Markgrafen getroffen. Die spanische schwere Kavallerie und das Tercio aus Neapel haben bereits die ersten gegnerischen Reiterregimenter vertrieben.
Rechts ist der Kampf indifferent. Hier haben beide Seiten bereits Verluste. Die Württemberger scheinen die Flanke zu dominieren, aber langsam macht sich die Anwesenheit der bayrischen Veteranen vom Tercio
Schmidt bemerkbar.
Weitere badische Einheiten werden aus dem Zentrum den Spaniern auf der linken Flanke entgegen geschickt.
Dort brennt es lichterloh, als Regiment
Goldstein vom Tercio niedergewalzt wird.
In der Wagenburg links bereiten sich die tapferen Pforzheimer auf ihren Einsatz vor, während Bandellierreiter versuchen, die Lücke vor den Bayern zu schließen.
Die Kürassiere von Magnus von Württemberg verdecken sogar die eigene Artillerie in dem Versuch, noch weiter auf die äußere Flanke zu kommen, um dort den Druck auf Tilly zu erhöhen.
Der Kampf wogt hin und her.
Die Katastrophe ! Die berühmte Explosion der Pulverwagen in der markgräflichen Wagenburg !
ABER: in einem unglaublichen Anfall von Würfelglück, bestehen nahezu alle Einheiten der badischen Armee ihren fälligen Moraltest und setzen unbeeindruckt das Gefecht fort !
Während die Pulverwagen brennen, versuchen die badischen Truppen standzuhalten.
Im Zentrum steht der Markgraf noch stabil...
...aber die linke Flanke wird prekär, als die spanische Guardias Viejas die Artilleriestellung überreitet.
Überblick und Zwischenstand. Die wackelige Hand des Fotografen oder das Flirren der Hitze beim Spielen lässt die Truppen nur noch verschwommen erscheinen ;-)
Die Württemberger und Pforzheimer müssen ran, als die Besatzungen der Kriegswagen vor ihnen zu wanken beginnen.
Trotzdem werden die Wägen auseinandergenommen.
... keine Wagenburg mehr in Sicht.
Das bayrische Veteranen-Tercio marschiert gegen die durchschnittlichen württembergischen Bandelierreiter auf.
Am äußerst rechten Flügel haben sich sogar die Musketiere der Besatzung von Obereisesheim ins Getümmel geworfen, um den katholischen Reiterflügel zu schlagen und vielleicht die Kanonen einzunehmen.
Bayern gegen Reiterei. Daneben beschießen die Pforzheimer (Mitte links, weiße Fahne) das späte bayrische Tercio vom Regiment Haimhausen.
Links wirft der Markgraf alles was er hat gegen die Spanier.
Das Zentrum wird dadurch weiter ausgedünnt, die Kriegswagen sind zerstört und die Infanterie erschöpft.
Aber auch rechts gibt es für die Württemberger kein Durchkommen, obwohl sie eigentlich moralisch überlegen und besser gepanzert sind.
Die Brücke über den Böllinger Bach sieht nach einer verlockenden Rückzugsmöglichkeit aus...
... aber mit einer letzten Anstrengung zerschlagen die Spanier den badischen linken Flügel...
... während es rechts den Württembergern weiterhin nicht gelingt, das Ruder herum zu reißen. Tilly hat seine Truppen hier fest im Griff und es gibt kein Wanken und kein Weichen.
Mit der Zerschlagung des linken Flügels bricht die badische Armeemoral und die Liga gewinnt das Spiel mit 23:14 Punkten.
Nachbetrachtung:
Durch die regeltechnische Änderung der Wagenburg von reinen Befestigungen in Kriegswägen mit leichter Artillerie, bekam das Spiel eine ganz andere Dynamik als das erste Spiel. Die Wagen teilten jetzt selbst Schaden aus, waren aber auch ein gutes Ziel für gegnerische Musketen und vor allem Artillerie. So generierte jeder zerstörte Wagen Siegpunkte für die Liga, während die Infanterie dahinter verwundbarer war, als wenn sie den Deckungsbonus durch Befestigungen gehabt hätte. Das führte dazu, dass das badische Zentrum am Schluss gerade noch stand, aber durch die verlorenen Kriegswägen ihre Armeemoral schon gelitten hatte.
Das Spiel wurde dann an den Flanken endgültig entschieden. Der starke rechte württembergische Reiterflügel konnte, trotz anfänglicher Erfolge, nicht den dringend benötigten Durchbruch erzielen.
Auf der anderen Flanke waren durch gute Würfel von Mikko, die Spanier ziemlich unbeschadet durch das Abwehrfeuer gekommen und hatten genug Wucht, um den schwächeren badischen Flügel zu schlagen.
Trotz widriger Umstände durch die abartige Hitze, haben wir uns durch das 6-Stunden-Spiel gekämpft und konnten die Motivation hochhalten, um zu einem spannenden Ende zu kommen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen