Montag, 22. Juni 2026

Die Schlacht bei Wimpfen 1622 - Teil 1: Stadt Wimpfen und Burg Guttenberg

 

Die Schlacht bei Wimpfen 1622 - Teil 1: Stadt Wimpfen und Burg Guttenberg


Ich habe mir vorgenommen, mich diesen Juni mal mit der Schlacht von Wimpfen von 1622 (dreißigjähriger Krieg) genauer zu beschäftigen.  

Auf den genauen Hergang und Schlachtverlauf werde ich hier nicht besonders detailliert eingehen, da das in den einschlägigen Quellen im Internet einfach nachgelesen werden kann. 

Am 17.06.2026 nahm ich mir dann einen Tag Zeit, die für die Schlacht namensgebende Stadt (Bad) Wimpfen und das dortige Schlachtfeld aus dem 30 jährigen Krieg anzuschauen.

Geplant ist ein Bericht in drei oder vier Teilen:

1. die Stadt Wimpfen und Burg Guttenberg

2. das Schlachtfeld

3. (und 4.) das Wargame / Refight der Schlacht


Zum Einlesen: Schlacht bei Wimpfen – Wikipedia



Nach ungefähr einer Stunde Autofahrt erreichte ich bei sommerlichen Temperaturen Bad Wimpfen. 
Gleich am Parkplatz der "Märchenturm" ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer.



Den Reichtum der einstmals bedeutenden freien Reichstadt erkennt man noch an den großen und aufwändigen Fachwerkhäusern.



Ich war echt überrascht, wieviel der alten Bausubstanz noch vorhanden und meist auch sehr gut restauriert ist.


Durch malerisch gewundene Gässchen nähert man sich dem "Blauen Turm"



Der "blaue Turm", das Wahrzeichen der Stadt und Teil der alten Kaiserpfalz.



Der Name "Blauer Turm" kommt wohl daher, dass das Dach mit Schiefer gedeckt ist, im Gegensatz zum "Roten Turm" der mit Ziegeln gedeckt war.



Blick vom Turm auf den vorbeiziehenden Neckar.



Blick aufs Rathaus und die ev. Corneliuskirche.



Blick auf das "Steinhaus" in dem ein Museum untergebracht ist. Im Hintergrund der "Rote Turm" (ohne Dach) an den Resten der Stadtmauer.
Weiter rechts (südwestlich) liegt das Schlachtfeld, das man aber wegen den umliegenden bewaldeten Höhenzügen vom Turm aus nicht sehen kann.



Arkaden und Säulengang der mittelalterlichen Kaiserpfalz.



Der "Rote Turm" wurde im 30 jährigen Krieg zerstört und hat offensichtlich auch sein Ziegeldach nicht mehr.


Ein Teil der Stadtmauer. Im Hintergrund der Altenberg, auf dem Graf Tilly eine Schanze errichten oder eine bestehende ausbauen ließ. 
Wimpfen ist an der dem Neckar abgewandten Seite durchweg von höherem Gelände umgeben. Das war wohl im Mittelalter noch kein Nachteil, aber mit den größeren Reichweiten der Feuerwaffen wäre es wohl kaum möglich gewesen, im 17.Jh. die Stadt zu verteidigen. 
Trotzdem sieht man auf der alten Karte oben, dass die Stadt modern bastioniert war, ggfs.um die Höhenzüge in die Verteidigung einzubinden.


                                                    Museum im "Steinhaus"



Ein kurzer Abstecher ins Museum im Steinhaus. Es beschäftigt sich mit der Frühzeit bis zur Renaissance.



Die Römer errichteten in der Nähe eine Brücke über den Neckar.



Reste des Bauholzes der römischen Brücke.



Modell der Kaiserpfalz in der Stauferzeit. Das "Steinhaus" war damals die Kemenate.



Noch sehr gut erhaltene mittelalterliche Wandmalereien.



Und Renaissance-Malereien mit dem "grünen wilden Mann" (16. Jahrhundert).



Die Corneliuskirche. Hier hat Tilly vor der Schlacht sein Hauptquartier bezogen und seine Kriegskasse deponiert.



Die Kirche ist ziemlich schmuckvoll, da sie noch aus vor-reformatorischer Zeit stammt und sie die Protestanten später offensichtlich nicht zu radikal umgestaltet haben.

 

Epitaph des Philipp Jakob von Fleckenstein, der in der Schlacht 1622 auf markgräflicher Seite gefallen ist.



Auf der Schrifttafel sind bereits die "400 Pforzheimer" erwähnt, die noch in meinen Berichten eine Rolle spielen werden.

 

Kuriosität: ein "offener protestantischer Beichtstuhl"



Altes Altarbild


Noch eine Kuriosität: Ein jahrhundertealtes Kruzifix mit beweglichen Armen und echten Haaren (!)



Danach ging es zur Dominikanerkirche. 



Diese ist katholisch und wurde von Tilly als Waffenplatz genutzt. Er hat hier gebetet und wollte erst noch die Messe zu Ende hören, obwohl es auf dem Schlachtfeld schon zu ersten Kämpfen gekommen ist. Scheinbar hatte er genug Zutrauen in seine Untergebenen, dass diese auch in seiner Abwesenheit schon nichts Dummes machen werden. 
Hier soll auch noch die Madonnen-Statue stehen, vor der Tilly gebetet hat. Aber ich habe sie nicht entdeckt.



                                                                Burg Guttenberg

Eigentlich hatte ich die Burg nicht auf meiner ToDo-Liste, aber als ich in Wimpfen auf einen Hinweis stieß, dass es hier ein Zinnfigurendiorama zur Schlacht geben soll, konnte ich mir das natürlich nicht entgehen lassen.



Glücklicherweise ist die Burg nur etwa 20 Autominuten von Wimpfen entfernt und gut zu erreichen.



In einigen dieser alten Gebäude kann man sogar Übernachtungen buchen.

 

In der Burg ist auch eine Greifvogelwarte untergebracht, die ich mir aber aus Zeitgründen gespart habe.



Im Burgmuseum sind einige Wall- und Hakenbüchsen ausgestellt. 



Sturmhaube und Tartsche.



Reiterharnisch und Degen, im Hintergrund eine Partisane.



Kleines Geschütz (Alter unbekannt)



Ein Raum ist als Folterkammer mit Streckbank eingerichtet. Der Scharfrichter kam aus Heilbronn, wenn es jemanden zu richten galt.



Ein Kürass der Pappenheimer und im Hintergrund eine aufwändig bestickte Schärpe.



Endlich ging es zu den Figurendioramen: als erstes wurde die Belagerung von Heidelberg behandelt, die Tilly nach der Schlacht bei Wimpfen im September 1622 erfolgreich abschließen konnte.
 


Brückenkopf auf der anderen Neckarseite der "Alten Brücke" in Heidelberg. Auf dem Hintergrundbild das berühmte Heidelberger Schloss.
Heidelberg war gut befestigt und schwer zu erobern. Aber unglücklicherweise führte der Neckar im Spätsommer so wenig Wasser, dass es den Kroaten und anderen kaiserlichen Reitern eines Nachts möglich war, den Fluss zu durchschwimmen und in die Stadt einzudringen. Damit war das Schicksal der Stadt besiegelt.



Hier nun das große Diorama zur Schlacht bei Wimpfen mit etwa 3.600 Flachfiguren auf 6 qm.
Das Diorama ist geschickt in einer Ecke platziert, so dass man die Figuren immer nur von der "richtigen" bemalten Seite sehen kann.



Die Beschreibung des Dioramas mit der "Order of Battle"



Bayrisch-ligistische Infanterie



Die Wagenburg des Markgrafen von Baden, davor das Feldgeschütz.



kaiserliches Tercio



Der Markgraf von Baden-Durlach und seine Leibgarde. Hierbei könnte es sich tatsächlich noch um altmodische Lanziere gehandelt haben.



Kaiserliche und spanische Kavallerie



Im Vordergrund befanden sich viele Figuren von Kanonenmannschaften, Zivilisten und ein Modell der mit kleinen Kanonen bestückten Kriegswagen.

 

Im Hintergrund das Reitergefecht auf Tillys linker Flanke



Rechts unten badische Infanterie, Mitte-links (norddeutsche) kaiserliche Haufen. 
Oben zwei spanische Tercios.



Bemerkenswert ist der wahnsinnig gute Zustand der Burg. Dies liegt vor allem daran, dass diese seit ihrer Erbauung bis heute ständig bewohnt und von den Zerstörungen der vergangenen Kriege verschont geblieben ist.



Kleiner Abstecher auf den Bergfried mit Blick in den Burghof.



Burgtor
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Danach war ich bestens über Wimpfen und die Schlacht informiert und machte mich auf zu meinem eigentlichen Ziel: dem Schlachtfeld.

Weiter geht es mit Teil 2. 

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