Montag, 19. Januar 2026

Die Schlacht von Dirschau 1627 (Field of Glory: Renaissance Spielbericht)

 

Die Schlacht von Dirschau 1627

Field of Glory: Renaissance - Spielbericht

Am Nikolaustag 2025 kam mein alter Hobbykollege Mikko zu einem historischen Szenario vorbei.

Mikko stellte die Schweden unter Gustav II. Adolf, während ich die Polen (Polish-Lithuanian Commonwealth) übernahm.


Historischer Hintergrund:

Bevor Schwedenkönig Gustav II. Adolf im 30-jährigen Krieg eingriff, führte er noch Krieg mit seiner Verwandtschaft, dem polnischen König Sigismund III., der ebenfalls dem Haus Vasa angehörte. Es ging vor allem um die Vorherrschaft im Baltikum. 

In dem Bestreben Danzig zu erobern, hatten die Schweden die Stadt Dirschau eingenommen. Da sie sich als zu schwach erachteten um der überlegenen polnischen Reiterei im offenen Feld gegenüber zu treten, errichteten sie nahe der Stadt ein befestigtes Lager. Dies war durch die schwächere polnische Infanterie und Artillerie nicht zu erstürmen. Die Annährung war durch ausgedehntes Marschland geschützt..

Kronhetman Stanislaus Koniecpolski blockierte die Schweden, um ein weiteres Vorgehen gegen Danzig zu verhindern. Die Schweden sahen sich zum Ausbruch genötigt. Am ersten Tag der Schlacht fanden kleinere Reitergefechte und Probevorstöße statt. Am zweiten Tag marschierten die Schweden in voller Stärke aus ihrem Lager um die Polen-Litauer zu schlagen.  

Bei diesen Kämpfen erhielt König Gustav II. Adolf auch seine Wunde im Nacken, die fortan verhindern sollte, dass er einen Kürass anziehen konnte, was ihm dann später bei Lützen ggfs. zum Verhängnis geworden ist. 


Unten links die Stadt Dirschau, rechts daneben das schwedische Feldlager. Am rechten Bildrand das Dorf Lunau. Oben beginnt das Marschland und links befindet sich das Dorf Rokittken.

Die Polen haben zwei Durchgänge durch die Sümpfe besetzt und mit Artillerie bestückt.


Unten rücken die Schweden vor, oben müssen sich die Polen durch die Sumpflandschaft kämpfen.


Die Schweden wollen den zerrütteten Aufmarsch der Polen ausnutzen und gehen vor allem mit ihrer Reiterei schnell auf beiden Flügeln vor (unten und oben).


Die schwedische Infanterie bleibt etwas zurück. Das Risiko für die Schweden besteht darin, dass ihre Reiterei schlecht gerüstet und unerfahren ("poor") ist.


Der Rest der polnischen Armee ballt sich links in zwei Haufen um die Lücken zwischen den Sümpfen zu passieren. Oben links in der Ecke das polnische Lager. 


Die Polen entsenden zunächst ihre leichten Reiter und Kosaken, um die Schweden etwas zu bremsen (Reitereinheiten, die nicht in Feindesnähe sind, dürfen sich bei FoG:R bis zu dreimal bewegen !)


Schwedische Dragoner versuchen den Morast zu erreichen, um von dort die polnische Flanke zu bedrohen.


Oben plänkeln die Kosaken mit der schwedischen Reiterei. Unten wurden polnische Pancerni vorgeschickt, aber schon durch schwedischen Beschuss dezimiert. Aber die erste Einheit Flügelhusaren ist immerhin unterwegs.


Es kommt zu ersten Zusammenstößen der Reitereien.


Nicht überraschend sind die Pancerni unter dem Beschluss gebrochen und geflohen. Die Husaria bringt sich in Position., Die Einheit in der Bildmitte hat aber auch schon Verluste erlitten.


Auf der anderen Schlachtfeldseite formiert sich die polnische Söldner-Infanterie in Kolonnen um die Lücke zwischen Dorf und Sumpf zu passieren. Leichte Artillerie wird mitgezogen. 

Die Kosaken plänkeln immer weiter zurück vor der anrückenden Schwedenreiterei. 


Aber auf der anderen Seite des Dorfes Rokittken prescht eine Schwadron Flügelhusaren so schnell es geht vor, um die schwedische Flanke zu bedrohen.


Die Schweden fächern aus, um ihre Flanken zu schützen, werden sich aber als viel zu schwach herausstellen um den polnischen Reiterangriff auszuhalten.


Auf der anderen Seite haben die Schweden (links) die Husaria (mitte) recht gut im Griff.  Diese muss Runde um Runde einen Kugelhagel von Dragonern und berittenen Harkebusieren über sich ergehen lassen, aber glücklicherweise treffen die Schweden nicht besonders gut.


Polnische Heiduken und weitere Pancerni ziehen nach (rechts oben). 


 Allerdings machen die Schweden einen Fehler, als sie eine Reitereinheit zu nah direkt vor eine ihrer Pike&Shot-Einheiten stellen.


Kronhetman Koniecpolski persönlich schließt sich der Husaria an, um sie in einen vernichtenden Angriff zu führen.


Und der Angriff kommt. Aber zum Erstaunen aller, hält die schwache schwedische Reiterei stand !


Zwischenstand: Unten rechts ist es den polnischen Heiduken mit Glück gelungen, die Dragoner im Sumpf zu erschießen. Links davon fährt sich der Angriff der Husaria fest.

Links oben schwenkt schwedische Infanterie auf diesen Kampf ein um in Musketenreichweite zu kommen.


Auf der anderen Seite kommen die Polen nicht so richtig aus der Engstelle heraus. 


Ein verwegener schwedischer Reiterangriff auf die polnischen Stellungen endet aber mit dem Totalverlust der Kavalleristen.


Auch ein schwedischer Reitergeneral wirft sich ins Getümmel, wird aber im Handgemenge erschlagen. Das ist zu viel für seine Reiter: sie ergreifen in Panik die Flucht und durchbrechen das Infanterieregiment dahinter.

  

Die Flügelhusaren setzen ungestüm hinterher und brechen in die ungeordnete Fußtruppe.

Im Zentrum ist die schwedische Infanterie langsam angekommen und auf Reichweite.


Pancerni reiten im Vordergrund in die ungeschützte Flanke der schwedischen Infanteristen.


Unten hält polnische Artillerie die Schweden auf Abstand. Rechts oben haben die Polen die schwedischen Reiter letztendlich zerstreut und können sich jetzt entfalten. 

Auch die Flügelhusaren hinter dem Dorf (am ganz oberen Bildrand) haben zwei schwedische Reitereinheiten gebrochen und schwenken auf das schwedische Infanteriezentrum ein.


Der finale Akt: Die Flügelhusaren Koniecpolskis haben die gegnerische Infanterie gebrochen und verfolgen diese. Damit sind die schwedischen Verluste insgesamt ausreichend hoch, um einen Armeebruch herbeizuführen. Als letzte Vergeltung ziehen die Flüchtenden Koniecpolski (mit einer Doppel-6) vom Pferd und schlagen ihn nieder.

Das ändert aber nichts mehr am Ausgang der Schlacht. Nach ersten Schwierigkeiten haben die Polen dann doch beide schwedische Flügel zerschlagen und das Gefecht deutlich mit 15:5 gewonnen.


Nachbetrachtung:

Letztendlich hat sich die überlegene Qualität der Flügelhusaren durchgesetzt. Die schwedische Artillerie war nicht so verheerend wie sie hätte sein können und die viel bessere Infanterie kam viel zu spät ins Gefecht um noch eine Rolle zu spielen.

Es ist aber natürlich sehr verlockend für die Schweden, mit ihren schnellen Einheiten die ungeordnete Aufstellung der Polen versuchen auszunutzen. 

Es war aber wieder sehr schön, nach mindestens 8 Jahren mal wieder mit Mikko FoG:R spielen zu können und auch seine tollen Schweden auf dem Spieltisch zu haben.

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