Samstag, 19. April 2025

Fantasy-Spieletag April 2025 (OPR Age of Fantasy Skirmish)

 

                                  One Page Rules: Age of Fantasy Skirmish-Spieletag

                                        05.04.2025 in Heidelberg


Zu einem Fantasy-Spieletag trafen sich hier 10 Spieler an 5 verschiedenen Spieltischen.

Dabei wurden immer 2-Mann-Teams gebildet, die Siegpunkte für eine Teamwertung erspielen konnten.


Es gab eine schöne Mischung an Spieltischen. 


Für jeden Spieltisch gab es ein spezifisches Szenario, das von dem entworfen wurde, der auch den Spieltisch mitgebracht hatte.
Außerdem konnte man noch pro Spiel zusätzliche Missionskarten mit seinem Teampartner auswählen, um Bonuspunkte für die Gesamtwertung zu machen.


Auf der Dorf- / Marktplatz-Spielplatte musste man bestimme wichtige Städter in Sicherheit bringen und dabei den Kollateralschaden unter nicht beteiligten Zivilisten so gering wie möglich halten (was vielen der anwesenden "bösen" Völker sichtlich gegen die innerste Überzeugung ging ;-)


Auf dem Lava-Spielfeld war es (natürlich) sehr heiß und gefährlich am Boden rumzulaufen.
Trügerische Sicherheit boten da die hohen Felsformationen und Brücken.


Es gab magische Kristalle zu erbeuten und man musste über die wilden Felsformationen klettern und springen bzw. konnte Gegner in die Lava schubsen.


Im Drakenwald lauerten 4 Champions der Chaosgötter um den zentralen Herdenstein


Diese Champions konnte man besiegen oder sich deren Fähigkeiten zu nutze machen, während man sich natürlich der gegnerischen Bande zu erwehren hatte, die genau das Gleiche versuchte.

In den Ruinen einer alten Burg konnte man magische Morrsteine sammeln.


Aber hier wütete auch eine tödliche Seuche, die sich schnell auf die Kämpfenden übertrug. 


Hier wagen sich trotzdem zwei Krieger des Chaos in die Ruinen.


Auf der 5.Platte waren Schätze zu bergen, die sich aber auch als Verstecke von bösartigen Monstern entpuppen konnten.


Es gab Siegpunkte für erbeutete Schätze und erschlagene (NSC-) Monster.



Ich habe mich mit einem gemischten Trupp Dunkelelfen den Herausforderungen gestellt.
Ich hatte einen Adeligen auf Kampfechse, einen Adeligen zu Fuß (Lokir Teufelsherz), einen Echsenritter, 3 Repetierarmbrustschützen, 3 Speerkämpfer, 3 Schwertkämpfer, einen Henker und 3 Hexenkriegerinnen aufgestellt.


Schnell rückten meine Krieger zum Herdenstein im Zentrum vor, um sich der Kräfte des Tzeench-Zauberers und des Khorne-Zerfleischers zu bedienen.


Mein Gegner waren Slys Waldelfen. Diese waren durch die nächtliche Dunkelheit in ihrem Beschuss eingeschränkt, trafen aber auch so nicht allzu viel. 
Hier hetzten sie mir aber immerhin einen Seuchenhüter Nurgles auf den Hals. 


Meine Soldaten und Hexenkriegerinnen metzelten sich durch die Reihe der Feinde. 
Die Dämonette des Slaneesh kämpfte aber meistens gegen mich. 


Mit dem Tzeench-Zauberer konnte man Feuerbälle auf den Feind schleudern.

Ich hatte ordentlich Glück mit meinen Rüstungswürfen und mein Gegner oft nicht. Er setzte auch zwei Natur-Zauberer ein, die aber nicht ihr volles Potential entfalten konnten.
So ging das Spiel sehr deutlich an mich.


Das 2.Spiel ging gegen Simons Skaven auf der "Monster"-Platte.
Da die fünf Schatzmarker in der Mitte lagen, rückte ich mit allem schnell vor und erkundete einige  Schatzkisten.


Ich fand Schätze, stieß aber auch auf Riesenratten und Zombie-Affen.
Die Skaven vom Clan Eshin erwiesen sich als ziemlich gefährlich auf kurze Entfernung und legten mit ihren Wurfsternen einige Dunkelelfen um.


Der unbestrittene Held des Spiels: der letzte Überlebende meines 3-er Trupps Schwertkämpfer hielt über einige Runden die halbe Skavenhorde auf.
Sturmratten, Eshin-Assassinen und sogar der Rattenoger mussten eingesetzt werden, damit er in der letzten Runde doch noch den Heldentod starb. Mein Gegner wurde ein wenig besessen davon, sich an dem tapferen Dreadblade zu rächen.
Das gab mir aber woanders genug Zeit und freie Kämpfer um den Skaven ihren Schatz abzujagen und beide Schätze in Sicherheit zu bringen.
Erneut ein Sieg für die Dunkelelfen.

Zusammen mit Teampartner Ecclesiastes, der ebenso erfolgreich agierte, konnten wir einen komfortablen Vorsprung auf der Gesamt-Siegespunkttabelle erreichen.



Hier kämpfen Spinnen der Goblins gegen Chaosleute.


... wobei sich unter die Goblins auch irgendwie ein paar Gartenzwerge (sic!) geschlichen hatten.


Das letzte Spiel führte mich genau gegen diese Gartenzwerg/Spinnen Truppe auf der tollen Dwarfenforge-Stadtplatte (hier aufgewertet durch eine charmante und wenig bekleidete Städterin).


Wichtige Stadtbewohner stellten "bewegliche Missionsziele" dar, während andere nur im Weg rum standen und wegbewegt werden mussten.

Ich ging die Sache ziemlich unkonzentriert an, vielleicht auch zu leichtsinnig wegen meinen beiden vorherigen Erfolgen.
Auf jeden Fall machten die dann doch harten und schnellen Spinnenreiter meine Dunkelelfen im Eiltempo nieder. Mein Gegner Chris spielte auch sehr geschickt und hatte einige harte Kombinationen aufgestellt (buffende Goblinschamanen und einen krassen Goblinheld auf Riesenspinne mit hohem Widerstand).

Ich hatte das Spiel schon abgeschrieben, als die Information vom Nebentisch kam, dass ein anderes Team unseren Siegpunktevorsprung eingeholt hatte und es in der Gesamtwertung Unentschieden stand. Ich musste mindestens einen Punkt für einen Teamsieg machen. Plötzlich wurde es also doch noch spannend.

Im Spiel selbst erreichte ich trotzdem nichts, aber ich hatte die Sondermissionskarte, dass ich Extrapunkte bekam, wenn es eines meiner Modelle in die Aufstellungszone des Gegners schaffte. 
Also schickte ich alles was ich noch hatte nach vorne und verhandelte vielleicht auch ein wenig mit den Gartenzwergen, dass sie doch mindestens einen Dunkelelfen am Leben lassen konnten.
Darauf ließen diese sich auch ein, da sie den Szenariosieg quasi sicher in der Tasche hatten und es für sie keinen Vorteil brachte, meine Kämpfer in ihrer Aufstellungszone zu jagen. 

Ich konnte also den Bonus-Siegpunkt durch die Sondermission machen und damit unserem Team den hauchdünnen Gesamtsieg sichern. 

Ein toller Spieletag, den wir dann im nahegelegenen Restaurant noch bei Burger und Bier standesgemäß ausklingen ließen.


Hier noch ein paar Impressionen:


Auch die Tiermenschen schlagen sich auf dem Marktplatz mit den Zivilisten rum.


Es ging wohl gegen die Bretonen.


Diese waren auch auf der Lava-Fels-Platte zu finden.


Ich frage mich, wie die Klettereigenschaften eines bretonischen Schlachtrosses in Plattenharnisch sind...

Bei den Tiermenschen gab es offensichtlich ein riesengroßes Handgemenge auf der zentralen Felsplattform.

Montag, 17. März 2025

Battle of Vienna Game


                                        "Battle of Vienna Game" - Brettspiel 

Hersteller: The historical game company (thgc)

Seit etwa ein oder zwei Jahren habe ich ein für mich neues Genre entdeckt, Hex & Counter Wargames. Über den Newsletter von Caliver Books wurde ich auf folgendes Brettspiel aufmerksam:

Um solche Importspiele zu bekommen, ist Gamers HQ aus Berlin immer eine sichere Bank und auch dieses Mal hatten sie das Spiel vorrätig. 
Ich bin sehr zufrieden mit dem Laden, netter Kontakt und sehr schnelle Lieferung.


Das Zubehör besteht aus Einheiten-Markern und Aktivierungskarten für beide Fraktionen, natürlich einem Regelheft und einem Spielplan aus Leinwand/Stoff (sic!). Die Einheitenmarker sind nicht einfach nur aus Pappe, sondern Lasercut-MDF, alles macht einen recht wertigen Eindruck. 

Das Szenario ist natürlich die berühmte Schlacht am Kahlenberg 1683, in der eine Allianz aus Polen und Kaiserlichen die osmanischen Belagerer vor Wien angreift und vernichtend schlägt.


1. Spiel (26.02.2025)



Die Anfangsaufstellung: oben rechts (rote Marker) die polnische Armee im Anmarsch durch den Wiener Wald. Rechts davon (in blau und weiß) die Alliierten und Kaiserlichen.

Unten (in rosa) das riesige osmanische Heer. Ganz unten rechts Wien mit der Garnison unter Graf von Starhemberg. 




In den Mitte sind die drei vorgelagerte Dörfer Dornbach, Pötzleinsdorf und Neustift bereits durch türkische Infanterie besetzt. 
Hier beginnen links leichte Reiter der Tartaren sich den Polen zu nähern um sie zu verlangsamen. 


Links Geplänkel der Tartaren mit den Polen.


Die christliche Allianz steht unter Zeitdruck, da sie innerhalb von 24 Spielrunden 7 von 9 möglichen Missionszielen einnehmen muss.


Während links noch das Reitergefecht im Gange ist, versuchen rechts die Alliierten einen Angriff auf die Schanze bei Nussdorf, einem der Missionsziele.
Unten rechts ist es den Osmanen offensichtlich schon gelungen, die Garnison von Wien aufzureiben.
Die ist aber kein Autowin für die Osmanen, sondern nur ein verhinderter Siegpunkt für die christlichen Alliierten. 


Eine starke Karte für die polnische Hussaria...


... mit der es den Polen gelingt, viele Tartaren aufzureiben und in die Ebene vorzustoßen. 


Doch bevor weiter vorgerückt werden kann, müssen erst die drei zentralen Dörfer genommen werden.
König Jan Sobieski mit seinen Husaren nimmt sich persönlich dieser Sache an. 



Durch Beschuss und Reiterangriffe wurden die Osmanen aus den Dörfern vertrieben.


Zwei polnische Einheiten umgehen links die türkische Linie. Kosaken nehmen das Lager der Tartaren ein.


Ein massierter kaiserlicher Angriff im Zentrum auf die Türkenschanze.


Die Polen rollen die osmanische Linie von der Seite auf. 


Der kaiserliche Angriff auf die Türkenschanze ist gescheitert.


Die Christen haben nur noch 4 Runden Zeit, ihre Ziele zu erreichen.


Das Dümmste, was den Alliierten passieren kann, passiert: statt ihren Angriff weiter fort zu setzen, nehmen sich die Polen erstmal Zeit, das osmanische Lager zu plündern !


Spielzug 24 ist erreicht.


Obwohl sie riesige Verluste bei den Osmanen verursacht haben, ist es der Entsatzarmee nicht gelungen, rechtzeitig ihre Ziele zu erfüllen und Wien ist gefallen.

Ein deutlicher türkischer Sieg. 

Wobei ich aber auch noch einige Spielfehler gemacht hatte, die sich erst bei nochmaligem Studium der Regeln herausstellten. 

Ab da hatte es mich gepackt und ich begann schon am nächsten Tag den zweiten Durchgang (27.02.25):



Diesmal kamen die Polen konzentriert und stark über die Flanke (links), während sich die Kaiserlichen an den Schanzen von Nussdorf festbissen (rechts).


Die Osmanen ignorierten diesmal Wien und schickten ihre Janitscharen und Artillerie aus den Belagerungsgräben an die Front, vor allem um den polnischen Flankenangriff abzufangen.


Dies gelang auch gerade so. Den Alliierten fehlte letztendlich nur eine Runde bis zum Sieg. 
  

Am darauf folgenden Tag dann gleich das dritte Spiel:


Links wie gehabt, das Reitergefecht Flügelhusaren gegen Tartaren. Aber diesmal sind die Polen schneller aus dem schweren Gelände gekommen.



Hier haben die polnischen Husaren bereits die Tartaren zurückgetrieben. 


Schon sehr früh wurden die türkischen Belagerungstruppen aus den Gräben vor Wien für die Osmanen verfügbar (unten rechts)



Diesmal versuchten die Alliierten koordiniert und auf breiter Front vorzugehen.
Die vorgelagerten Dörfer sind erobert.


Rechts läuft der Angriff auf Nussdorf und die Osmanen haben viele Verluste. Eine Lücke tut sich auf zwischen Nussdorf und Türkenschanze.


Die Kaiserliche besetzen die Lücke und der Angriff auf die Schanze bei Nussdorf lief wie am Schnürchen. Die Osmanen wurden geworfen.


Die osmanischen Verteidiger werden in der Mitte zusammengedrängt. 



Ganz links haben die Kosaken wieder das Lager der Tartaren eingenommen. Die Kaiserlichen haben Nussdorf erobert und die letzten Flügelhusaren greifen Türkenlager und Türkenschanze von der Seite an und erobern beide.


Eine unliebsame Überraschung für die Kosaken: plündernde Tartaren kehren aus dem Umland zu ihrem Lager zurück, aber die Kosaken können beide vertreiben. 



Ein osmanischer Gegenangriff auf Nussdorf.


Der Gegenangriff wird zurückgeschlagen. 



Nussdorf, Tartarenlager, osmanisches Lager und Türkenschanze wurden erobert und Wien hat standgehalten, zu Letzt also doch noch ein Sieg für die kaiserlich-polnischen Alliierten.

Fazit:
Das Spiel ist wertig aufgemacht, die Symbole auf den Markern sind klar und leicht verständlich. 
Die Regeln sind kurz und eigentlich einfach, haben aber doch auch taktische Tiefe. 
Das Kräftegleichgewicht ist ausgewogen. Das was die Alliierten an besseren Truppen haben (Flügelhusaren) machen die Osmanen durch Masse und ihre gute Verteidigungsposition wieder wett. 
Alle drei Spiele waren spannend und auch als Solo-Wargame packend.
Eine gute Kaufentscheidung. 




Die Schlacht bei Wimpfen 1622 - Teil 3: Das Solo-Wargame

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